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Abstract

DO.16.07

Wachstumsfaktorinhibitoren zur pharmakologischen Wundmodulation nach filtrierender Glaukomchirurgie am in-vitro-Beispiel des Tenonfibroblasten

Hager T., Metzner S., Knop E., Rieck P.
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Berlin

Ziel: Das Ziel einer postoperativen Nachsorge nach Trabekulektomie verlagert sich zunehmend von einer reinen Proliferationsunterdrückung zur Hemmung aller durch den Tenonfibroblasten kontrollierten Funktionen wie Proliferation, Migration, Extrazellulärmatrixproduktion und Transformation in Myofibroblasten. Die Regulation dieser Funktionen erfolgt durch eine konzertierte Aktion zahlreicher Wachstumsfaktoren. Wir untersuchten den Einfluss der Wachstumsfaktorinhibitoren Suramin und Genistein auf Tenonfibroblasten in vitro und verglichen die Ergebnisse mit denen des bereits etablierten Antimetaboliten 5-FU.
Methode: Verwendet wurden Tenonfibroblasten-Primärkulturen. Die Untersuchung des Wanderungsverhaltens nach Zugabe der Medikamente erfolgte im Transwell Assay System, die des Proliferationsverhaltens einer definierten Zellzahl in einem cell-count-Verfahren. Der Fibronektingehalt in den Überständen behandelter Zellen wurde zu mehreren Untersuchungszeitpunkten mit Hilfe eines ELISA ermittelt. Die Bestimmung der Umwandlungrate von Tenonfibroblasten in Myofibroblasten nach Medikamentenzugabe erfolgte anhand einer doppelten Fluoreszenzfärbung.
Ergebnisse: Alle verwendeten Medikamente waren in der Lage, die Migration von Tenonfibroblasten sowie die Transformation in Myofibroblasten zu inhibieren, jedoch gelang nie eine vollständige Unterdrückung. Die Proliferation wurde durch Suramin vergleichsweise geringfügig gehemmt. Dagegen lagen die Proliferationswerte von Genistein und 5-FU zu allen Untersuchungszeitpunkten im Bereich des Ausgangswertes. Alle untersuchten Medikamente verringerten die Fibronektinexpression des Tenonfibroblasten um ca. 50%.
Schlussfolgerungen: Sowohl Genistein als auch Suramin sind in der Lage, die Funktionen des Tenonfibroblasten signifikant zu hemmen. Genistein hat dabei in einzelnen Zellfunktionen zeitweise eine stärkere Wirkung als das etablierte 5-FU. Suramin hatte einen schwächeren Effekt auf die Fibroblastenfunktionen als 5-FU.

 
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