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DO.02.08

Stimulierung von Langerhans-Zellen im Hornhautepithel – Sicca-Syndrom durch Benzalkoniumchlorid? Klinische Doppelblindstudie

Zhivov A.1, Kraak R.1, Bergter H.1, Kundt G.2, Beck R.1, Guthoff R. F.1
1Universitäts-Augenklinik, 2Institut für medizinische Informatik und Biometrie, Universität Rostock

Ziel: Nachweis, dass bei Medikation mit konservierungsmittelhaltigen Augentropfen (Benzalkoniumchlorid/BAC) bei gesunden Probanden eine Immunstimulation der Hornhaut mit Zunahme der Dichte von Langerhans-Zellen (LZ) induziert werden kann und ein direkter Zusammenhang mit der LZ-Dichte und dem Auftreten eines Sicca-Syndroms besteht.
Methode: In Rahmen einer Doppelblindstudie wurden 20 Normalprobanden untersucht: ein Auge wurde mit BAC 0,01% 3 tgl. behandelt, das Partnerauge – mit einer Placebo-Lösung. Die Verteilung und Dichte von LZ im Epithel zentral und peripher sowie die Pachymetrie wurde mit in vivo konfokaler Mikroskopie untersucht. Eine eventuelle Entwicklung eines trockenen Auges (Beschwerden des Patienten, Biomikroskopie, Break-up-time (BUT), Schirmer-Test) wurde kontrolliert. Die Probanden wurden vor der Therapie, in der 1., 6., und 12. Woche sowie 4 Wochen nach Beendigung der Medikation untersucht.
Ergebnisse: Die in vivo konfokale Mikroskopie zeigte eine signifikante Zunahme der LZ-Dichte nach 6 Wochen in der BAC-Gruppe in der zentralen Hornhaut (p=0,03) und nach 12 Wochen in der zentralen (p=0,01) und peripheren (p=0,04) Hornhaut. LZ-Dichte war signifikant kleiner nach Beendigung der Studienmedikation sowohl im Hornhautzentrum als auch in der Peripherie. Die Zunahme der LZ-Dichte war im Zentrum signifikant schneller als in der Peripherie (p=0,02 in 12 Wochen). Die Placebo-Gruppe zeigte keine Änderungen der LZ-Dichte in beiden Zonen während der gesamten Studiendauer. Die BAC-Gruppe zeigte keine Zeichen einer Entwicklung eines trockenen Auges (nicht signifikante Verkürzung des Schirmer-Tests und Zunahme der lidparallelen Falten der Bindehaut bei unverändertem BUT und gleicher Epitheldicke). Hornhautsensibilität sowie intraokularer Druck waren in beiden Gruppen unverändert.
Schlussfolgerungen: Der Nachweis einer Immunstimulation der Hornhaut in der BAC-Gruppe zeigt die Notwendigkeit einer konservierungsmittefreien Therapie besonders bei Patienten mit entzündlichen Augenerkrankungen, Glaukom oder bei Z.n. perforierender Keratoplastik. Eine Entwicklung des trockenen Auges wurde nach 12-wöchiger Applikation von BAC 0,01% nicht nachgewiesen.

 
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