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106. DOG-Kongress Home
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AbstractDO.01.12 Vasoproliferative Retinopathie bei Sichelzellanämie: Verlauf und Komplikationen Gabel-Pfisterer A.1, Krause L.1, Jandeck C.2, Bechrakis N. E.3, Foerster M. H.1 1Augenklinik, Klinikum Benjamin-Franklin, Charité, Berlin; 2Artemis-Zentren Frankfurt/Main / Dillenburg; 3LKH Innsbruck, Universitätsklinik für Augenheilkunde Ziel: Bei bis zu 30 % der Patienten mit Sichelzellanämie kommt es zur Entstehung einer vasookklusiven und proliferativen Retinopathie. Offenbar steigt die Zahl der Betroffenen in Migrationszentren wie Berlin. Wir fasssen hier die Daten der fünf Patienten zusammen, die seit 1997 in der Augenklinik des Klinikums Benjamin-Franklin der Charité behandelt wurden. Dabei betrachten wir insbesondere den Visusverlauf, das Auftreten von Komplikationen und deren Therapie. Methode: In einer retrospektiven Studie stellen wir die Visusdaten und den klinischen Verlauf der zehn Augen dar. Bei jeder Untersuchung wurde der Snellenvisus erhoben, es erfolgte eine Untersuchung der vorderen Augenabschnitte und eine Ophthalmoskopie. Gegebenenfalls wurde eine Sonographie oder eine Fluoreszenzangiographie durchgeführt. Ergebnisse: Bei zwei der zehn Augen (20%) war bei der Erstuntersuchung eine Traktionsablatio feststellbar, bei zwei weiteren Augen eine Glaskörperblutung. Der initiale Visus dieser schwer betroffenen Augen betrug Handbewegung bis 0,16 (Median 0,1). Nach Vitrektomie und SF6- oder Silikon-Endotamponade und einem mittleren Follow-up von 14 Monaten war der Visus an diesen Augen 0,1 bis 0,4 (Median 0,16). An einem Auge waren zur Netzhautstabilisierung drei Revisionsoperationen notwendig. An allen sechs initial weniger schwer betroffenen Augen zeigte sich eine periphere vasoproliferative Retinopathie, der Visus lag bei 0,5 bis 1,25 (Median 1,0). In allen Fällen wurde eine panretinale Laserkoagulation durchgeführt. An einem Auge trat im Verlauf ein choroidaler Infarkt auf. Der Visus zum letzten Follow-Up betrug 0,5 bis 1,0 (Median 0,8). Bemerkenswert ist, daß bei drei der fünf Patienten die Diagose der Retinopathie zur Erstdiagnose der Sichelzellanämie führte. Schlussfolgerungen: Die Sichelzellretinopthie muss in die Differentialdiagnose der vasoproliferativen Retinopathien miteinbezogen werden. Bei peripherer vasoproliferativer Erkrankung ist eine panretinale Laserkoagulation zur Vermeidung schwerer Komplikationen und zum Visuserhalt indiziert. Beim Auftreten von Glaskörperblutung oder Traktionsablatio ist ein operatives Eingreifen notwendig.
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