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Abstract

DO.12.11

Ist die Endophthalmitis nach Kataraktoperation seltener geworden? Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage

Kurz S.1, Nameh A.1, Victor A.2, Pfeiffer N.1
1Universitäts-Augenklinik Mainz; 2IMBEI Mainz

Ziel: Die Endophthalmitis (EO) nach Katarakt-OP stellt eine schwerwiegende Komplikation dar. Ziel dieser Umfrage war die Erfassung perioperativer Maßnahmen zur Prophylaxe, die Evaluierung möglicher Risikofaktoren und ein Vergleich zu unserer Umfrage aus dem Jahr 1996.
Methode: 619 operative Zentren wurden mittels eines anonymen Umfragebogens zum Jahr 2006 befragt.
Ergebnisse: Wir erhielten 349 Rückantworten (56,4%) mit einer Gesamtzahl von 351168 Katarakt-OPs.(1067 OPs/Zentrum), insgesamt 112 Fälle von aufgetretener EO (0.003%). Die ambulante OP, die in >90% durchgeführt wurde, zeigte einen günstigen Effekt im Gegensatz zum >30% stationären Eingriff (Relatives Risiko (RR) 1,76). Als OP-Technik wurde die koaxiale Phako- (89%) versus biaxiale Phakoemulsifikation (11%) am häufigsten verwendet.58% operierten bevorzugt clear cornea versus 42% von sklerokorneal. Der sklerokorneale Zugang zeigte einen Trend zu einem protektiven Effekt zum Auftreten einer EO (RR 0,62, p=0,028). 93% desinfizierten die Bindehaut bevorzugt mit Jod, wobei die Konzentration (1-10%) keinen Einfluss auf die EO-Rate hatte (p=0,243). Das Fehlen eines Antibiotikums in der Spülflüssigkeit ging mit einem etwa 1,4 fach höheren EO-Risiko einher (RR 1,39). Auch die Vorderkammerspülung mit einem Antibiotikum zeigte einen protektiven Effekt (RR 0,4).
Schlussfolgerungen: Zu unserer Umfrage zu 1996 zeigten sich folgende Hauptunterschiede: Steigende Zahl an OP-Zentren und Operationen, Rückgang der EO-Fälle, Trend zur Mikroinzision, Jodierung der Bindehaut als Standard. Der sklerokorneale Zugang sowie die intraokuläre Antibiose scheinen weiterhin einen protektiven Effekt auf das Auftreten einer EO zu haben.

 
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