DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft 106. DOG-Kongress
  English Site Suche:  
  106. DOG-Kongress Home

Aktuelles

Grußworte
Organisation, Termine
Ablauf des Kongresses
Preise und Forschungsförderungen

Wissenschaftliches Programm

Hinweise, Informationen
Rahmenprogramm
Sponsoren, Industrie

Presseservice
Pressekontakt
Pressemeldungen
Pressemappen
Pressekonferenzen
Kongress-Pressebüro

DOG-Homepage
 

Pressemeldungen


106. Kongress der DOG
18. bis 21. September 2008, Estrel Hotel Berlin
Gentherapie bei schwerer Netzhauterkrankung erzielt erste Erfolge

Berlin, August 2008 – Die Gentherapie steht in der Augenheilkunde vor einem wichtigen Durchbruch: Sie könnte bei einer seltenen Augenerkrankung, der Leberschen Kongenitalen Amaurose, in Zukunft Sinneszellen reparieren und die Sehfähigkeit verbessern. Darauf weisen jüngst veröffentlichte Studienergebnisse britischer und amerikanischer Wissenschaftler hin. Die Fortschritte auf dem Gebiet der Gentherapie sind ein Schwerpunkt auf dem 106. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).

In Deutschland leiden vermutlich etwa 1 000 Menschen an dieser früh beginnenden erblichen Netzhautdegeneration. „Die Lebersche Kongenitale Amaurose wird durch verschiedene Gendefekte, zum Beispiel in den Sinneszellen der Netzhaut, ausgelöst. Betroffene kommen mit einer erheblichen Sehbeeinträchtigung zur Welt“, erklärt Professor Dr. med. Klaus Rüther von der Charité-Augenklinik in Berlin. Augenärzte in Philadelphia und London haben nun bei sechs Patienten einen dieser Defekte gentherapeutisch behandelt. Sie nutzten dafür Viren, denen zuvor
eine intakte Version des fehlerhaften Gens eingepflanzt wurde. Diese spritzten sie den Patienten direkt unter die Netzhaut. Die Viren erreichten die Zellen des Netzhaut-Pigmentepithels und versorgten sie mit der korrekten Erbinformation.

Als Folge der Behandlung fanden sich bei einigen Betroffenen Hinweise auf eine Verbesserung der Sehfähigkeit: So ließen sich unter anderem ein– wenn auch sehr geringer – Anstieg der Sehschärfe, lebhaftere Pupillenreaktionen auf Lichtreize und bessere Orientierungsfähigkeit im Dunkeln feststellen. „Auch wenn eine nachhaltige Verbesserung der Sehfähigkeit noch nicht gesichert ist, so handelt es sich doch um ein wichtiges und sehr ermutigendes Ergebnis“, berichtet Professor Rüther im Vorfeld des DOGKongresses. „Nun gilt es, die behandelten Patienten längere Zeit zu beobachten, um die Stabilität der Ergebnisse und mögliche Risiken der Therapie einschätzen zu können.“

Rüther weist zudem darauf hin, dass die Therapie bislang nur bei Patienten angewandt wurde, die an einem Defekt des sogenannten RPE65-Gens leiden. „Es ist jedoch zu erwarten, dass verhältnismäßig rasch auch für andere Gendefekte Therapien entwickelt werden, wenn die jetzigen Versuchsergebnisse sich auf längere Sicht als stabil erweisen“, so der Experte weiter. Im Rahmen des bevorstehenden DOG-Kongresses wird Professor Rüther den neuen Therapieansatz mit seinen Kollegen aus Medizin und Forschung diskutieren und auf einem Patientensymposium vorstellen.

Terminhinweise:
Vorab-Pressekonferenz
anlässlich des 106. DOG- Kongresses
Donnerstag, 11. September 2008, 12.00 bis 13.00 Uhr

Kongresssitzung: Refraktive Chirurgie:
Was ist noch Forschung, was ist praktische Anwendung?
Freitag, 19. September 2008, 14.00 bis 15.30 Uhr, Estrel Hotel Berlin, ECC
Raum 3, Sonnenallee 225, 12057 Berlin


  Zurück    
Seitenanfang