DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft 106. DOG-Kongress
  English Site Suche:  
  106. DOG-Kongress Home

Aktuelles

Grußworte
Organisation, Termine
Ablauf des Kongresses
Preise und Forschungsförderungen

Wissenschaftliches Programm

Hinweise, Informationen
Rahmenprogramm
Sponsoren, Industrie

Presseservice
Pressekontakt
Pressemeldungen
Pressemappen
Pressekonferenzen
Kongress-Pressebüro

DOG-Homepage
 

Pressemeldungen


106. Kongress der DOG
18. bis 21. September 2008, Estrel Hotel Berlin
Mikrochips helfen Blinden, wieder zu sehen

Berlin, September 2008 – Winzige elektronische Chips können erblindeten Menschen helfen, einen Teil ihres Sehvermögens wiederzuerlangen. Weltweit arbeiten etwa 20 Forschergruppen an der Entwicklung solcher Netzhautimplantate. Im Rahmen klinischer Studien kommen mittlerweile erste Prototypen zum Einsatz. Deutsche Wissenschaftler nehmen hierbei eine Spitzenposition ein. Einblick in den Stand der Forschung gibt der 106. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), der im September in Berlin stattfindet.

Netzhautchips können bei einigen Blinden die Funktion der zerstörten Sehzellen übernehmen. „Eine Implantation ist möglich, wenn zwar die lichtempfindlichen Sinneszellen der Netzhaut zerstört, der Sehnerv und die dazugehörigen Hirnregionen jedoch noch intakt sind“, erläutert Professor Dr. med. Eberhart Zrenner, ärztlicher Direktor, Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Universität Tübingen. Dies ist zum Beispiel bei Patienten mit der erblichen Netzhauterkrankung Retinitis pigmentosa der Fall. Menschen, die an der Krankheit leiden, erblinden meist im mittleren
Erwachsenenalter.

Die Arbeitsgruppe um Zrenner hat bislang neun Patienten mit einem Netzhautchip ausgestattet. Dieser ist mit etwa 1 500 Elektroden bestückt und wird direkt unter der Netzhaut eingepflanzt. Ein dünnes, unter der Haut verlaufendes Kabel versorgt ihn mit Strom. „Der Chip ist das einzige Implantat in klinischer Erprobung, bei dem die Bildaufnahme im Auge selbst erfolgt“, berichtet Zrenner. In das Auge einfallendes Licht wandelt der Chip in elektrische Impulse um. Diese stimulieren die noch gesunden Nervenzellen der Netzhaut. Über den Sehnerv gelangen die Signale
schließlich zum Gehirn und führen so zu Seheindrücken bei den Betroffenen. „Nach Einsetzen des Chips waren die Patienten in der Lage, alltägliche Objekte wie Teller oder Tassen zu lokalisieren. Zudem konnten sie sich anhand der Lichtquellen im Raum orientieren”, erläutert Professor
Zrenner die Erfolge der bisher durchgeführten Implantationen.

Neben der Tübinger Arbeitsgruppe um Zrenner arbeiten in Deutschland noch Wissenschaftler der RWTH Aachen und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf an Netzhautimplantaten. „Im internationalen Vergleich nehmen deutsche Wissenschaftler auf diesem Gebiet eine führende Position ein“, berichtet Professor Dr. med. Frank G. Holz, Präsident der DOG. Diesen Vorsprung gelte es beizubehalten und auszubauen, so Holz weiter. Denkanstöße für mögliche Weiterentwicklungen soll auch der 106. DOG-Kongress liefern, der im September in Berlin stattfindet. Netzhautchips und deren Anwendung sind ein zentraler Schwerpunkt des Kongresses.


Terminhinweise:


Vorab-Pressekonferenz anlässlich des 106. DOG-Kongresses

11. September 2008, 12.00 bis 13.00 Uhr
Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Raum II + III
Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin

Pressekonferenz anlässlich des 106. DOG-Kongresses

18. September 2008, 13.00 bis 14.00 Uhr
Estrel Hotel Berlin, Raum 30241,
Sonnenallee 225, 12057 Berlin

Kongresssitzung: Wiederherstellung von Sehleistungen bei Blinden – Stand der Forschung
Freitag, 19. September 2008, 14.30 bis 16.30 Uhr
Estrel Hotel Berlin, ECC Raum 4
Sonnenallee 225, 12057 Berlin

 
  Zurück    
Seitenanfang