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Pressemeldungen
Netzhautchips können bei einigen Blinden die Funktion der zerstörten
Sehzellen übernehmen. „Eine Implantation ist möglich, wenn zwar die
lichtempfindlichen Sinneszellen der Netzhaut zerstört, der Sehnerv und die
dazugehörigen Hirnregionen jedoch noch intakt sind“, erläutert Professor
Dr. med. Eberhart Zrenner, ärztlicher Direktor, Forschungsinstitut für
Augenheilkunde der Universität Tübingen. Dies ist zum Beispiel bei
Patienten mit der erblichen Netzhauterkrankung Retinitis pigmentosa der
Fall. Menschen, die an der Krankheit leiden, erblinden meist im mittleren Die Arbeitsgruppe um Zrenner hat bislang neun Patienten mit einem
Netzhautchip ausgestattet. Dieser ist mit etwa 1 500 Elektroden bestückt
und wird direkt unter der Netzhaut eingepflanzt. Ein dünnes, unter der
Haut verlaufendes Kabel versorgt ihn mit Strom. „Der Chip ist das einzige
Implantat in klinischer Erprobung, bei dem die Bildaufnahme im Auge
selbst erfolgt“, berichtet Zrenner. In das Auge einfallendes Licht wandelt
der Chip in elektrische Impulse um. Diese stimulieren die noch gesunden
Nervenzellen der Netzhaut. Über den Sehnerv gelangen die Signale Neben der Tübinger Arbeitsgruppe um Zrenner arbeiten in Deutschland noch Wissenschaftler der RWTH Aachen und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf an Netzhautimplantaten. „Im internationalen Vergleich nehmen deutsche Wissenschaftler auf diesem Gebiet eine führende Position ein“, berichtet Professor Dr. med. Frank G. Holz, Präsident der DOG. Diesen Vorsprung gelte es beizubehalten und auszubauen, so Holz weiter. Denkanstöße für mögliche Weiterentwicklungen soll auch der 106. DOG-Kongress liefern, der im September in Berlin stattfindet. Netzhautchips und deren Anwendung sind ein zentraler Schwerpunkt des Kongresses.
Kongresssitzung: Wiederherstellung von Sehleistungen bei Blinden –
Stand der Forschung |
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