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Pressemeldungen

106. Kongress der DOG
18. bis 21. September 2008, Estrel Hotel Berlin
Schweigende Gene, neue Medikamente –
Innovative Therapieansätze bei Altersblindheit
Berlin, September 2008 – Die altersabhängige Makuladegeneration
(AMD) ist hierzulande die häufigste Ursache für schwere
Sehbehinderungen. Etwa 4,5 Millionen Deutsche leiden an der
Netzhauterkrankung. Betroffene sehen im Bildzentrum einen
dunklen Fleck und können Gesichter nicht mehr erkennen. Bei
der Behandlung sollen neben neuen Medikamenten jetzt auch
Technologien aus der Molekularbiologie zum Einsatz kommen.
Gene, die eine AMD verursachen, lassen sich damit gezielt
ausschalten. Die AMD-Therapie ist ein zentraler Themenschwerpunkt
auf dem 106. Kongress der Deutschen
Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).
„Bei der AMD nimmt die Stelle des schärfsten Sehens – die Makula –
Schaden. Die Krankheit tritt in zwei Formen auf: der „trockenen“ und der„feuchten“ Variante. „Bei einer feuchten AMD bilden sich Blutgefäße in der
Makula und wuchern in das Gewebe hinein. Sie sondern Flüssigkeit in die
Netzhaut ab und zerstören so die Sinneszellen“, erklärt Professor Frank G.
Holz, Präsident der DOG. Ursache für die Bildung der Blutgefäße ist ein
Eiweiß mit der Abkürzung VEGF (vascular endothelial growth factor).
Derzeit erhalten Patienten mit feuchter AMD vor allem Medikamente, die
den Stoff unwirksam machen. Sie binden ihn an sich und verhindern so
ein weiteres Wachstum der Blutgefäße.
Ein neuer Therapieansatz zielt darauf ab, dass VEGF gar nicht erst
gebildet wird. Zum Tragen kommt hier die sogenannte RNA-Interferenz.„Dabei handelt es sich um ein molekularbiologisches Verfahren, mit dem
sich einzelne Gene gezielt ‚stumm schalten’ lassen. Bei der AMD geht es
darum, das Gen außer Gefecht zu setzen, das für die Bildung von VEGF
verantwortlich ist“, erläutert Holz im Vorfeld des DOG-Kongresses. „Inwieweit dieser spannende neue Ansatz bei Patienten funktioniert, wird
derzeit noch untersucht.“
Während für die feuchte AMD bereits verschiedene Medikamente zur
Verfügung stehen, ist für die trockene Form, von der noch mehr Menschen
betroffen sind, bislang noch kein wirksames Präparat auf dem Markt. Eine
Verbesserung des Krankheitsbildes versprechen sich die Ärzte allerdings
von dem Wirkstoff Fenretinide, der sich derzeit in der Testphase befindet.
Welches Potenzial er für die AMD-Therapie birgt, werden Holz und seine
Kollegen aus Wissenschaft und Medizin in der nächsten Woche auf dem
DOG-Kongress diskutieren.
Vorab-Pressekonferenz anlässlich des 106. DOG-Kongresses
11. September 2008, 12.00 bis 13.00 Uhr
Tagungszentrum im Haus der
Bundespressekonferenz, Raum II + III
Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin
Pressekonferenz anlässlich des 106. DOG-Kongresses
18. September 2008, 13.00 bis 14.00 Uhr
Estrel Hotel Berlin, Raum 30241,
Sonnenallee 225, 12057 Berlin
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